Advent, Advent, ein musikalisches Event! – Stiftungskonzert in der Jesus-Christus-Kirche

08.12.17 14:49

 

 

 

Pünktlich zu Beginn der Adventszeit fiel nicht nur der erste Schnee. Am 03.12.2017, dem ersten Advent, fand in der Jesus Christus Kirche in Meinerzhagen ein wahres musikalisches Fest statt. Die Stiftung Jesus Christus Kirche lud zu einem Benefizkonzert um 18:00 Uhr ein. Beteiligt am Konzert waren das Märkische Jugendsinfonieorchester, kurz MJO, unter der Leitung von Thomas Grothe, sowie der große Chor des Gymnasiums unter der Leitung von Herrn Otto.

 

Begrüßt wurden die Besucher direkt mit dem Lied „Machet die Tore weit“ von Andreas Hammerschmidt. Es sang der Große Chor mit Dirigent Michael Otto. Nach diesem Lied folgte erst die eigentliche Begrüßung durch Bürgermeister Jan Nesselrath. Dieser war schnell eingesprungen, da die Begrüßung ursprünglich vom 1. Vorsitzenden der Stiftung, Christof  Sönchen, gehalten werden sollte. Sönchen war allerdings kurzfristig erkrankt und konnte somit nicht kommen. Nesselrath hieß  die Besucher und Musikanten im Namen des gesamten Stiftungsrats herzlich willkommen. Gleichzeitig dankte er sämtlichen Mitwirkenden dafür, dass sie diesen Abend erst möglich gemacht haben.

 

Es folgte eine kurze Ansprache von Herrn Otto zum Thema Glauben, welche exzellent auf das nächste Lied vorbereitete. Während dem Lied „Wie soll ich Dich empfangen“ kam eines der vielen Highlights des Abends zum Tragen. Der große Chor sang wie vorher auch unter der Leitung von Herrn Otto. Am Eingang hatten allerdings alle Besucher einen kleinen Zettel zum Programm hinzubekommen. Auf diesem Zettel waren Strophe 2, 5 und 7 abgedruckt. Somit war es der Konzertgemeinde möglich diese Strophen zusammen mit dem Chor zu singen.

 

Nach dem Ende des Liedes fing das MJO an in Windeseile ihre Instrumente und Notenständer an Ort und Stelle zu bringen und sich bereit für den nächsten Teil des Konzerts zu machen. Diesmal ohne den Chor gaben sie einen Auszug aus der Ouvertüre zur Oper „Mitridate – Re di Ponto“, geschrieben von Wolfgang Amadeus Mozart, zum Besten. Kurz zuvor hielt der Leiter und Dirigent des MJO, Thomas Grothe, noch eine kurze Ansprache, in der er interessantes Hintergrundwissen zur Oper mit dem Auditorium teilte. So sei die Oper zu Weihnachten 1770 komponiert worden. „Die Uraufführung dauerte damals ganze 6 Stunden. Ganz so lange spielen wir heute Abend nicht.“, scherzte Grothe. Für einige Mitglieder des MJO sei dies eines ihrer letzten Konzerte, berichtete Grothe weiter. Er würdigte die Musiker in seiner Ansprache und zitierte hierbei auch Martin Luther indem er sagte: „Ein feste Burg ist unser Gott“. Nun zeigte das MJO sein musikalisches Können und versetzte so manchen Zuhörer in Staunen.

 

 

 

Auf die Ouvertüre folgte das „Violinkonzet in a-Moll“ von Johann Sebastian Bach, gespielt vom MJO mit prominenter Unterstützung. An der Solo-Violine spielte hierbei Carlotta Wareham. Wareham hatte bereits mit fünf Jahren zum ersten Mal Geigenunterricht genommen und nahm an zahlreichen Wettbewerben teil. Nach ihrem Umzug nach Deutschland wurde sie über die Jahre Mitglied in einigen Sinfonieorchestern, wie z. B. in Köln oder in Bochum. Sie unternahm einige Konzertreisen, unter anderem auch nach Italien und China. Seit Oktober 2016 studiert sie an der Hochschule in Köln Instrumentalpädagogik.

 

Im Anschluss an dieses Stück folgte eine kurze Pause. Freundlicherweise wurden für Musiker und Besucher kleine Snacks angeboten. Nach dieser viertelstündigen Pause richtete Pfarrerin Petra Handke ein Grußwort an die Gemeinde. Sie sprach davon, dass Licht in vielen Formen vorkommen kann. Es könne Wärme sein und die Dunkelheit erhellen. Musik könne aber ebenfalls Licht sein. Handke dankte den Musikern für ihren Einsatz und lobte sie damit, dass ihre „Musik ins Herz scheinen würde“.

 

Das Konzert wurde fortgesetzt mit dem Stück „Licht dieser Welt“, vorgetragen vom Chor des Gymnasiums. Das Orchester hatte hier eine kleine Pause. An Unterstützung mangelte es dennoch nicht, da Herr Otto mit dem Keyboard begleitete und die Orgel ebenfalls unterstützte.

 

Hierauf folgte dann eine erneute Ansprache seitens Herrn Ottos. Um auf das nächste Stück einzustimmen, wies er besonders auf dessen interessante Historie hin. „Nun komm der Heiden Heiland“ sei eines der ältesten dokumentierten Lieder überhaupt. Es entstand Schätzungen zufolge im 12. Jahrhundert und wurde 1524 von Luther ins Deutsche übersetzt. Bei diesem Lied wurde das Publikum bei den Strophen 2 und 4 ebenfalls zum Mitsingen motiviert.

 

Die Geschichte dieses Liedes geht allerdings weiter als nur bis zu Luther. Exakt 200 Jahre nach der Arbeit Luthers widmete Johann Sebastian Bach im Jahr 1724 dem Lied eine eigene Kantate. Aufgeführt wurde die Kantate „Nun komm der Heiden Heiland“ als letztes Stück des Abends gemeinsam vom Großen Chor des EGM und dem MJO unter der Leitung von Michael Otto. Während der Kantate folgte das nächste große Highlight. Ganz nach dem Motto „das Beste kommt zum Schluss“ wurde das Stück an drei Stellen von Solo-Gesang unterstützt. Das Sopran-Solo wurde von Mira Weiß aus der Stufe Q2 des Evangelischen Gymnasiums vorgetragen. Mira ist seit dem Beginn ihrer Schulzeit am EGM Mitglied in den dortigen Schulchören. Instrumental widmet sie sich hauptsächlich der Querflöte und der Geige. Als Sopranistin übernahm sie bereits eine Solorolle im Februar 2017. Der zweite Solo Abschnitt wurde von Andreas Fischer als Bassist übernommen. Fischer schon seit seiner Kindheit in Chören tätig und gibt selber Gesangsunterricht. Er wurde 2011 zum Zweitplatzierten beim „Jugend komponiert“ Wettbewerb. Im Moment studiert er Medienkulturanalyse an der HHU Düsseldorf. Der dritte Part wurde von Mira Weiß und Melanie Moor übernommen.

 

Abgerundet wurde der Abend mit einem gigantischen donnernden Applaus, bei dem das gesamte Publikum stand. Begleitet von Pfiffen und Rufen bedankte man sich bei den Leitern des Chors und des Orchesters, bei den Musikern und bei den ganzen Personen im Hintergrund. Ohne sie alle hätte dieser wunderbare Start in die Adventszeit nicht stattfinden können.

 

 

Text: Ole Beckmann (Q1)

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