Diakonisches Praktikum 2019

08.10.2019 19:11

Auch dieses Jahr absolvierte die Mehrheit der Stufe Q1 (jetzt Q2) das DP in Meinerzhagen und Umgebung, man kann aber auch ins Ausland gehen. Klassische Einrichtungen sind Kindergärten, Grundschulen, Seniorenzentren und Krankenhäuser.

 

 

Jede diakonische Einrichtung hat ihre eigenen Erwartungen an die Praktikanten. Im Kindergarten wird erwartet, dass sich die Praktikanten verständnisvoll, aber auch verantwortungsbewusst verhalten, vor allem in der Gegenwart von sehr kleinen Kindern. In der Grundschule ist es ähnlich: Dort muss man versuchen, ein positives Vorbild zu sein, da Kinder von Älteren lernen. Im Seniorenzentrum ist es tatsächlich auch nicht sehr viel anders: rücksichtsvoller Umgang mit älteren Menschen, Umsicht und Einfühlsamkeit sind besonders wichtig. Die Menschen im Seniorenzentrum sind meistens nicht alle gesund und selbst das Sich-Unterhalten ist oft eine Herausforderung, man sollte also sehr viel Geduld haben.

 

Einige Schülerinnen und Schüler unserer Stufe haben ihr Praktikum im Ausland absolviert und erzählen hier von ihren Erfahrungen:

 

Katrin Simf:

"Ich habe mein Praktikum in Loppiano in der Toskana in Italien absolviert. Loppiano ist die erste Modellsiedlung der Fokolarbewegung und wird als Idealbild einer neuen Form und Gesellschaft angesehen, welche auf Liebe, Geschwisterlichkeit und dem Evangelium basiert. Es ist ein Treffpunkt aller Kulturen. In Loppiano gibt es verschiedene Abteilungen: Altenheime für Frauen und Männer, Kinderbetreuung, das Reinigungsteam und den Italienischunterricht. Zu meinen Aufgaben gehörten Gartenarbeit, Gymnastik mit Senioren, Wäsche falten, Hausaufgabenhilfe, Betreuung, Spielen mit Kindern, Putzen und allgemeines Zuhören. Ich habe mich sehr willkommen und herzlich empfangen gefühlt und sogar besondere Bindungen zu einigen Menschen aufgebaut. Ich kann nur sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, seinen Horizont zu erweitern und neue Erfahrungen in einem anderen Land zu sammeln."

 

Laura Töws:

"Ich war im DP in Kanada, genauer gesagt, im Tabor Home Morden in Manitoba, Kanada. Das Tabor Home ist eigentlich nichts weiter als ein Altenheim/Seniorenzentrum, wie man es auch hier in Deutschland kennt. Natürlich habe ich mich auf das Praktikum gefreut, aber ich muss sagen, dass es einige Dinge gab, an die ich mich erst einmal gewöhnen musste. Im Altenheim gab es auch demenzkranke Senioren und demente Menschen zu betreuen, ist selbstverständlich schwieriger als geistig gesunde Menschen. Bei Senioren, die zum Beispiel weder reden noch verständliche Reaktionen von sich geben können, ist es sehr schwierig einzuschätzen, ob sie sich wohlfühlen. Es gab Dinge, die mich überraschten, erschreckten, aber auch sehr freuten, und letztendlich habe ich nach einiger Zeit die Zeit dort tatsächlich auch genossen und wurde nicht enttäuscht."

 

Lirjeta Hajdari:

"Ich war in der deutschen Frauenklinik in Pristina, der Hauptstadt von Kosovo. Die Klinik hat einen sehr guten Ruf, sogar Frauen von außerhalb des Kosovo reisen relativ weit an, um sich in dieser Frauenklinik behandeln zu lassen. Es gibt viele Zimmer in der Klinik: Sprechzimmer, Behandlungsräume, Räume für Mütter und deren Babys, ein Labor, den Kreißsaal und eine Cafeteria. In der Klinik werden Untersuchungen, Operationen und Therapien durchgeführt. Ich war sehr beeindruckt von der Tatsache, dass es überhaupt keine Kommunikationsprobleme gab, denn der Chefarzt und die Ärztin beherrschen beide Deutsch, Englisch und Albanisch. Dadurch, dass ich mit offenen Armen empfangen wurde, mir sehr viel sehr detailliert erklärt wurde und mich sofort so gefühlt habe, als gehöre ich zum Team, war es eine sehr interessante Zeit. Auch wenn man bei der Arbeit sehr viel Verantwortung trägt, hatte ich viel Spaß, in so einer herzlichen, angenehmen Atmosphäre mein Praktikum zu absolvieren. Das Schönste war für mich, dass mir am Ende gesagt wurde, dass das Team in der Klinik mit meiner Arbeit sehr zufrieden war."

 

Weitere Erfahrungsberichte werden laufend auf der Website unserer Schülergenossenschaft "Sharens: Share and find your social experience" (sharens.info) veröffentlicht.

 

Text und Interviews: Richa Joseph (Q2)

Foto: Pixabay

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