Gegen das Vergessen

13.07.17 15:11

 

 

Auch nach über 70 Jahren ist das Thema allgegenwärtig. Die menschenverachtenden Verbrechen des NS-Regimes haben unsere Geschichte geprägt wie kaum etwas anderes. Im Gedenken an die Opfer rief daher der Kölner Künstler Gunter Demnig die Stolperstein-Initiative ins Leben.

An sieben Orten in Meinerzhagen wurden nun schon Stolpersteine im Gedenken an 34 Opfer des Holocausts verlegt. Am vergangenen Donnerstag wurden nun für vier weitere Opfer Mahnmale errichtet. Die neue Gedenkstätte befindet sich vor dem sogenannten „Fischbach - Haus“ in der Lindenstraße 14. Wie der Name schon vermuten lässt, lebte hier einst die Familie Fischbach. Aufgrund der wachsenden Bedrohung durch die NSDAP musste die Familie in die USA fliehen. Oskar, Jenni, Ellen und Margot Fischbach konnten so der Bedrohung entkommen.

 

 

Über hundert Menschen nahmen an der Zeremonie teil, um an die Familie Fischbach zu denken. Auch ein Nachfahre der Familie aus den USA war extra angereist, um seinen Teil zu diesem Tag beizusteuern. Steve Fischbach erwähnte in seiner Rede, dass dies ein weiterer Schritt zur Versöhnung gewesen sei, und er glaube daran, dass die im letzten Herbst verstorbene Margot Fischbach bestimmt „von oben auf sie alle herab lächeln“ würde. Herr Först dankte in seiner Rede der Familie Stracke, welche das Haus seit 1976 besitzt und der Durchführung der Zeremonie zugestimmt hatte. Er zitierte dabei den Nobelpreisträger Elie Wiesel: „Nur eine Wunde, die gezeigt wird, kann heilen.“ Neben Herrn Först hielten auch Jan Nesselrath als Bürgermeister der Stadt Meinerzhagen und Thorsten Stracke äußerst bewegende Reden. Beide riefen dazu auf, die Gräueltaten der NS-Zeit niemals zu vergessen.

 

 

Zur Überraschung der anwesenden Angehörigen hatten die Veranstalter ein Geschenk vorbereitet: Ein älteres Foto, welches das „Fischbach-Haus“ in seiner ganzen Pracht zeigt. Man konnte den Angehörigen ihre Freude sehr gut ansehen.

 

 

Unterstützt wurde die Zeremonie unter anderem vom Unterstufenchor des EGM unter der Leitung von Herrn Otto. Dieser gab das jüdische Volkslied „Shalom Chaverim“ zum Besten. Am Ende der Veranstaltung verlasen Schüler die Biografien der Opfer. Gegen Ende trugen Steve Fischbach und seine Begleiter Judi und Bernie Cataldo das jüdische Dankgebet „Kaddisch“ vor.

 

 

Text: Ole Beckmann (EF)

Fotos: Nina Kuhnert (EF)

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