It don´t mean a thing…“ – Theaterstück für die Jahrgangsstufen 9 und EF

07.03.18 15:15

Darin geht es um zwei Schauspieler, die am liebsten vollkommen frei Theater spielen und ihre Zuschauer mit ihrer Meinung nach wichtigen und relevanten Themen konfrontieren würden. Ihr Problem liegt darin, dass sie irgendwie ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, und dazu benötigen sie als neues Stück etwas Besonderes, wofür sie eventuell sogar Fördergelder bekommen könnten. Aus diesem Grund beschließen sie etwas über das Dritte Reich zu spielen und stoßen bei ihren Recherchen auf die sogenannten „Swings“ , eine Jugendbewegung in der NS-Zeit - mit dem Ziel frei zu sein, nicht im Gleichschritt marschieren zu müssen und den Swing mit Hilfe von Musik, Tanz, Gesang und Kleidung ausleben zu können.

 

 

Frei sein! Das gleiche Ziel hatten die Schauspieler auch und so beschlossen sie, die Geschichte der „Swings“ zu erzählen, die sich nicht einmal durch Verfolgung, Verhaftung und Jugend-KZs von ihrem Traum abbringen ließen.

 

Durch die ähnlichen Wünsche der Jugendbewegung und der Schauspieler entstehen parallele Ebenen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, die sich an manchen Stellen gar nicht mehr voneinander trennen lassen. Zusätzlich fechten die einzelnen Figuren des Stücks einen inneren Kampf mit sich selber aus. So fängt zum Beispiel ein Sturmmannführer an, mit seiner „Angst“ in Diskussion zu treten.

 

 

Die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufen lauschten gespannt und interessiert dem ca. 80-minütigen  Stück und nahmen danach gerne das Angebot an, Fragen an die beiden Schauspieler, Niels Klaunick und Dominik Burki, zu stellen, die sich zusammen mit der Regisseurin Veronika Wolff hinter der „compagnie nik“ verbergen. In einer großen Fragerunde erfuhren die Schülerinnen und Schüler von den beiden 42-Jährigen, dass „compagnie nik“ eine Verknüpfung ihrer beider Namen ist, dass es die „Swings“ nur in einigen Städten Deutschlands, wie zum Beispiel Hamburg, gab und es ihnen, genau wie den Schauspielern im Theaterstück, wichtig ist, relevante Themen auf die Bühne zu bringen und sie sich „70 Jahre Kriegsende“ (2015) zum Anlass genommen haben, „It don´t mean a thing…“ zu schreiben und aufzuführen. Des Weiteren verrieten sie, dass viele ihrer Requisiten Originale von Verwandten sind bzw. aus Fundus-Auflösungen stammen, dass sie sich, nachdem Niels Klaunick eine Bootsbauerlehre angefangen hatte und Dominik Burki Grundschullehrer gewesen war, auf der Schauspielschule kennenlernten, Niels Lieblingsrolle der Sturmmannführer war, da er den Mantel sehr mag, Dominiks Lieblingsrolle die „Angst“ des Sturmmannführers war und sie ihr Fahrzeug, ein altes Feuerwehrauto, von einem Händler erstanden haben, der auf ausrangierte Feuerwehrautos spezialisiert ist. In weiteren Gesprächen in kleinerer Runde am Bühnenrand wurden anschließend noch viele weitere Fragen geklärt, bevor die beiden ihre Bühnenausstattung in dem roten „Betriebsfahrzeug“ verstauten und davonfuhren.

 

Das waren zwei besonders eindrucksvolle und unterhaltsame Unterrichtsstunden in der Aula!

 

Dominik Burki (links) und Niels Klaunick (rechts) vor ihrem Fahrzeug

 

Text: Julia Canis (9c)

Fotos: Jennifer Seib (9c)

 

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