Kunstkurse Q2 in der Bundeskunsthalle Bonn

07.12.2013 18:40

Am Samstag, 7. Dezember, besuchten die beiden Kunstkurse mit Monika Brocksieper, Dieter Fuchs und Thomas Walter die große Ausstellung "1914 - Die Avantgarden im Kampf".

 

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Thema war die europäische Kunst in ihrer Reaktion auf die große Katastrophe des Ersten Weltkrieges (1914-1918), ihr Stand vorher und auch die Auswirkungen danach. Begleitet wurden die dreißig Schülerinnen und Schüler durch die Ausstellung von zwei Kunsthistorikern, flankiert von Geschichtslehrer Thomas Walter. Damit wurde der Besuch zu einem fächerübergreifenden Projekt Kunst-Geschichte, auch im Hinblick auf die Vorgaben des Zentralabiturs im nächsten Jahr.

 

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Erstmalig konnten die Gemälde, Grafiken und Skulpturen der damals jungen Künstlergeneration ("Avantgarde") im Zusammenhang erlebt werden. Dabei wurde deutlich, dass sich über alle europäischen Grenzen dieselben Vorahnungen und Ängste in künstlerischen Äußerungen niederschlugen. Nur wenige, wie etwa der deutsche Expressionist Franz Marc, erhofften sich anfangs eine kulturelle "Reinigung" durch einen europäischen Krieg. Eine solche Einstellung wich sehr bald nach Kriegsbeginn einer ernüchternden Bewertung, als das unendliche Leiden und der massenhafte Tod offensichtlich und persönlich erlebt wurden. Tragisch war dabei, dass zuvor befreundete deutsche, französische, italienische und russische Künstlerkollegen sich nun auf einmal als Feinde gegenüber standen, beispielhaft für viele: August Macke und Robert Delaunay. Macke fiel bereits ein Monat nach Kriegsbeginn durch "eine befreundete Kugel" (Franz Marc) in Frankreich. Viele weitere junge Künstler aller Nationalitäten starben an den Fronten. Die wenigen Überlebenden litten zumeist an den Folgen, waren psychisch gebrochen, wie etwa Ernst Ludwig Kirchner, der sich mit abgetrennter Künstlerhand malte. Die furchtbaren Kriegserlebnisse wurden insbesondere in den zahlreichen Grafiken der Ausstellung sichtbar.

 

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Die Bonner Ausstellung war neben ihrem historisch dokumentarischen Charakter auch ein Kaleidoskop der europäischen Kunst-Avantgarde, zu der wichtige Vertreter der "Klassischen Moderne" gehören, wie etwa Picasso, Kandinsky, Klee oder Beckmann. So begleiteten die Kunsthistoriker unsere Schüler auch durch die verschiedenen Ausdruckformen der Moderne mit ihren gegenseitigen Beeinflussungen und die parallel verlaufenden "Stile". Die radikalste künstlerische Reaktion auf Krieg und die anschließenden Umwälzungen in Politik, Gesellschaft und Kultur war sehr anschaulich mit der "Dada"-Bewegung dokumentiert.

 

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Dieses Gemälde von Kirchner findet sich wieder als Abbild auf dem Cover der Unterrichtslektüre "Im Westen nichts Neues" von Remarque.

 

Viele Fotos von den Künstlern, zum Teil die letzten vor ihrem tragischen Tod, komplettieren eine Ausstellung, die in dieser Form einmalig ist und einen bleibenden Eindruck hinterläßt.

 

Mit solchen vielen neuen Eindrücken und Informationen angereichert ging es zurück ins verschneite Sauerland.

 

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Die Fotos in voller Größe auf unserer KUNST-Seite

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